GUTE MEDIZIN IST VERTRAUENSSACHE – UNSERE EXPERTISE SPRICHT FÜR SICH

In drei Endoskopieräumen können alle endoskopischen Untersuchungen des Magen-Darmtraktes, der Leber und der Gallenwege sowie der Bauchspeicheldrüse mit modernsten Endoskopen der neuesten Gerätegenerationen auch höchstem Niveau durchgeführt werden. So kann beispielsweise die Bauchspeicheldrüse mit einem hochauflösenden endoskopischen Ultraschall genauestens untersucht und Veränderungen von wenigen Millimetern Größe entdeckt werden. In derselben Untersuchung kann dann direkt auch Gewebe für weitere spezialisierte Untersuchungen gewonnen werden. Unsere modernen hochauflösenden Endoskope ermöglichen uns auch in Risikobereichen wie der Speiseröhre und im Dickdarm frühzeitig mögliche bösartige Veränderungen zu entdecken und idealerweise auch endoskopisch vollständig im Gesunden zu entfernen.

Ein Team aus Diabetologen (DDG), Diabetesberatern (DDG), Diätassistenten und Wundmanagern kümmert sich um unsere Patientinnen und Patienten mit Diabetes. Dies geschieht schwerpunktmäßig in der Abteilung für Allgemeine Innere Medizin und Diabetologie, aber beratend auch in allen operativen und nicht operativen Fachabteilungen der KEM

Bereits seit mehr als zehn Jahren besteht in unserem Hause ein Schwerpunkt für die Diagnostik und Therapie von Patientinnen und Patienten mit chronischen Entzündungen im Magen- und Darmtrakt. Die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erfolgt leitliniengerecht und in enger Kooperation mit der Chirurgie, Radiologie und anderen Abteilungen unseres Hauses. Traditionell besteht auch eine enge Kooperation mit der Klinik für Naturheilkunde, so dass auf Wunsch auch die gemeinsame Behandlung mit schulmedizinischen und naturheilkundlichen Methoden im Sinne einer ganzheitlichen sogenannten „integrativen Gastroenterologie“ erfolgen kann. Wir nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Studien teil und führen auch selbst Studien durch. So können wir unseren Patientinnen und Patienten oftmals Therapien anbieten, die zwar vielversprechend aber noch nicht für die Behandlung zugelassen sind.

Während uns die Endoskopie und der endoskopische Ultraschall eine sorgfältige und genaue Beurteilung von inneren Organen und Schleimhäuten ermöglichen sind viele Probleme des Verdauungstraktes Folge von Fehlfunktionen. Beispielsweise führen Milchzucker- und Fruchtzucker Unverträglichkeiten zu Blähungen und evtl. Durchfall obwohl die endoskopische Untersuchung der Schleimhäute des Darms unauffällig ist. Ähnliches gilt auch für andere Symptome wie Verstopfung, Sodbrennen, abdominelle Schmerzen, Stuhlinkontinenz, Durchfälle und vieles mehr. Zur genaueren Untersuchung solcher Probleme bieten die KEM ein umfangreiches Paket mit Funktionsdiagnostik an. Dazu gehören Atemteste (H2) zur Bestimmung einer Lactose oder Fructose Unverträglichkeit aber auch einer Sorbit Unverträglichkeit oder einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms. Die Funktion von Leber und Bauchspeicheldrüse, die Magenentleerungszeit sowie der Nachweis von Helicobacter pylori im Magen können mit sogenannten C13 Atemtests genauestens geprüft werden. Die Messung der Passagezeit des Stuhls durch den Dickdarm kann wertvolle Hinweise für die Ursache einer Verstopfung geben und so eine gezieltere Therapie der Verstopfung ermöglichen. Schließlich kann die Speiseröhrenmuskulatur aber auch der Schließmuskel des Darms auf Fehlfunktionen hin kontrolliert werden und so die Ursache für Schluckstörungen oder Inkontinenz entdeckt werden.

Für 2019 bekommen wir eine weitere Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa im Rahmen einer internationalen Studie. Dabei geht es um die Behandlung mit Ozanimod, einem Sphingosin – 1 (SP1) Rezeptor Agonist, der das Austreten von Entzündungszellen aus den Lymphknoten blockiert und damit das Einwandern von Entzündungszellen in den erkrankten Darm verhindert. Erste Ergebnisse aus vorangegangenen Studien zeigen einen günstigen Effekt auf den Verlauf der Colitis uclerosa.

Fieber, Schmerzen an Gelenken und Sehnen, Wunden an der Haut, Luftnot, Durchfälle und Bauchschmerzen können der Beginn einer schweren chronischen entzündlichen Erkrankung des Körpers sein. Hierzu zählen autoimmune und autoinflammatorische Erkrankungen, wie rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus Typ 1, Psoriasis, Asthma bronchiale, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Autoimmunhepatitis und vieles mehr. In Deutschland sind schätzungsweise etwa vier Millionen Menschen von solchen Erkrankungen betroffen, die die Lebensqualität, die körperliche und soziale Entwicklung mit Schul- und Berufsleben und nicht selten auch die Lebenserwartung erheblich einschränken können. Noch ist es nicht gelungen, die Entstehung all dieser Krankheiten vollständig aufzuklären. Viele chronisch entzündliche Erkrankungen von Gelenken, Haut und Magen-Darm-Trakt haben aber eine gemeinsame genetische Veranlagung.
Bei erstem Auftreten von Symptomen entscheidet das klinische Erscheinungsbild der Erkrankung darüber, bei welchem Facharzt sich Patientinnen und Patienten zur Diagnostik und Therapie vorstellen. Nicht selten sind aber bereits von Beginn der Erkrankung an verschiedene Organsysteme durch die Erkrankung betroffen oder das Krankheitsbild verändert sich im Laufe der Zeit oder unter einer Therapie. Spätestens jetzt ist der Austausch verschiedener Facharztgruppen für die weitere Therapieplanung wichtig und nicht selten kann die richtige Diagnose auch nur in einem interdisziplinären Team gestellt werden.
Durch Zusammenschluss und Neustrukturierung besteht nun an den KEM die seltene Möglichkeit, alle in Betracht kommenden Fachärzte an einen Tisch zu bekommen und so bereits frühzeitig und effektiv die Diagnostik bei komplexen entzündlichen Erkrankungen voranzutreiben und eine gezielte abgewogene Therapie einzuleiten. Dazu haben sich nun unterschiedliche Fachrichtungen der Inneren Medizin der KEM mit externen Experten zu einem Entzündungszentrum zusammengeschlossen, das so im Ruhrgebiet einzigartig sein dürfte.

Der chronische Reflux von Säure aus dem Magen in die Speiseröhre kann zu einer Vielzahl sehr unangenehmer Symptome führen. Durch den Säurereflux kann sich aber auch die Schleimhaut in der Speiseröhre verändern, es entsteht eine der Darmschleimhaut ähnliche Schleimhaut, die wir Barrett Schleimhaut nennen. Die Barrett Schleimhaut gehört nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Präkanzerosen und Bedarf einer endoskopisch bioptischen Überwachung, um beginnende bösartige Veränderungen möglichst frühzeitig zu erkennen und dann mit endoskopischen Mitteln zu entfernen. Menschen mit einer Barrett Schleimhaut, die schon einmal ein sogenanntes Frühkarzinom entwickelt haben, haben über die Zeit ein deutlich erhöhtes Risiko für weitere Frühkarzinome. Leitlinien empfehlen daher nach Abtragung eines Barrett Frühkarzinoms die Entfernung der gesamten Barrett Schleimhaut, um die Entstehung weiterer Frühkarzinome zu verhindern. Seit diesem Jahr besteht nun an den KEM die Möglichkeit, die Barrett Schleimhaut mit Radiofrequenzablation vollständig zu entfernen und somit das Rezidiv Risiko für das Barrett Karzinom deutlich zu reduzieren.