Das Fachgebiet der Inneren Medizin befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von Krankheiten sämtlicher innerer Organe. Dazu gehören Magen-Darm-Erkrankungen ebenso wie Funktionsstörungen der Schilddrüse, Diabetes oder Herz- und Lungenerkrankungen.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik liegt in der Gastroenterologie, also der Behandlung von Krankheiten des Magen- und Darmtraktes, der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Neben neuesten sonographischen Untersuchungstechniken verfügt unsere Abteilung über umfangreiche Möglichkeiten der endoskopischen Diagnostik, wie die Magen- und Darmspiegelung, oder auch der Überprüfung der Gallengänge. Zudem können wir mit verschiedenen Atemtests die Funktionen der Verdauung, des Magens und der Bauchspeicheldrüse genauer erkennen.

Im Rahmen der Diabetestherapie stehen uns Diabetes- und Ernährungsberater/innen, speziell ausgebildete Wundmanager/innen und im Diabetes besonders geschulte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen auf den Stationen zur Optimierung der Therapie zur Seite.

Die Geriatrie behandelt Erkrankungen des alten Menschen mit besonderer Berücksichtigung der Förderung und Verbesserung der Selbständigkeit der Patientinnen und Patienten mit dem Ziel einer Entlassung zurück in das häusliche Umfeld.

Gemeinsam mit Fachärzten und -ärztinnen anderer Kliniken legen wir im Rahmen interdisziplinärer Konferenzen fest, welche Therapie für welche Patientin, bzw. welchen Patienten am besten geeignet ist. So stellen wir sicher, dass jeder Patient die für ihn optimale Behandlung erhält.

Untersuchungen

In der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie werden folgende Leistungen erbracht. Die detaillierten Beschreibungen der Untersuchungen werden auf den nächsten Seiten beschrieben.

Die endoskopische Untersuchung ermöglicht uns, die Schleimhäute der Speiseröhre, des Magens, des Dünndarms und des Dickdarms zu betrachten und zu beurteilen. Wenn notwendig, können während einer Endoskopie Proben aus der Schleimhaut entnommen werden, um diese dann unter dem Mikroskop noch genauer untersuchen zu lassen. Neben der reinen Schleimhautbeurteilung (Diagnostik) können in einzelnen Fällen auch Behandlungen (therapeutische Eingriffe) im Bereich des Magen-Darm-Traktes endoskopisch erfolgen. So können beispielsweise Engen (Stenosen) geweitet und mit einem Röhrchen aus Draht (Endoprothese, Stent) überbrückt werden oder Schleimhautwucherungen (Polypen, Tumore) endoskopisch abgetragen werden.
 
Vorbereitung zur Endoskopie

Vor einer endoskopischen Untersuchung erfolgt ein intensives Aufklärungsgespräch zwischen Patient und Arzt. In diesem Gespräch lernen die Patientinnen und Patienten den Untersucher oder die Untersucherin kennen und können alle Fragen und Anliegen besprechen. Der Arzt wird nach Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenteneinnahme fragen und rundum informieren, damit die Patientin oder der Patient sich optimal auf den Eingriff vorbereiten kann. Das Gespräch beinhaltet auch Hinweise über mögliche Komplikationen einer endoskopischen Untersuchung. Falls noch nicht vorhanden, wird Blut entnommen, um die Blutgerinnung und die Blutplättchen (Thrombozyten) zu bestimmen, sodass – wenn notwendig – problemlos, d.h. ohne Nachblutung, Proben aus der Schleimhaut entnommen werden können. Ab dem Vortag der Untersuchung, 22 Uhr, darf der Patient keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Nur so ist die Sicht im zu untersuchenden Organ gewährleistet. Die Patienten dürfen aber, gerade auch bei warmen Temperaturen, vor der Untersuchung klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee trinken. Vor einer Darmspiegelung muss ab dem Vortag Abführmittel zur Darmreinigung eingenommen werden (insgesamt zwei Liter).
 
Schlafen bei der Endoskopie (Sedierung)

Unsere endoskopischen Untersuchungen erfolgen in der Regel so, dass die Patienten während der Untersuchung schlafen und den Eingriff nicht bemerken. Um dies zu erreichen, werden vor und während der Untersuchung kurzwirksame Medikamente (Sedativa) über eine Vene verabreicht. Während und auch noch nach der Endoskopie erfolgt eine Überwachung von Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung. Zudem bekommen die Patienten während der gesamten Untersuchung Sauerstoff zugeführt. Wichtig ist, dass Patienten nach einer Sedierung für 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Außerdem ist man am Tag der Untersuchung nicht geschäftsfähig, d. h. die verabreichten Medikamente können die Entscheidungsfähigkeit auch Stunden nach dem Eingriff noch einschränken.

  • Magenspiegelung (ÖGD, Ösophagogastroduodenoskopie)
    Bei dieser Untersuchung werden die Schleimhäute der Speiseröhre, des Magens und des oberen Zwölffingerdarms eingesehen. Die häufigsten Indikationen sind der unklare Oberbauchschmerz und der brennende Schmerz hinter dem Brustbein, auch als Sodbrennen bekannt. Durch diese Spiegelung können Entzündungen in der Speiseröhre oder Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre diagnostiziert werden.
  • Dickdarmspiegelung (Ileo-/Koloskopie)
    Bei der Darmspiegelung können die Schleimhäute des Dickdarms und des unteren Dünndarms (Ileum) betrachtet werden. Die häufigsten Indikationen sind, neben der Vorsorgeuntersuchung bzgl. Darmkrebs, der Nachweis von Blut im Stuhl. Polypen sind mögliche Vorläufers eines bösartigen Tumors, die bei einer Spiegelung endoskopisch abgetragen werden können.
  • Schluckultraschall (Endosonographie)
    Bei dieser Ultraschalluntersuchung wird, wie bei der Magenspiegelung, ein Endoskop über den Mund in den Magen und den oberen Dünndarm vorgeschoben. An der Spitze des Endoskops befindet sich ein Ultraschallkopf, womit es möglich ist, benachbarte Organe der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms zu untersuchen. Es dient auch zur Abklärung von Erkrankungen und Veränderungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege. Mit einer Feinnadelbiopsie ist es möglich, aus Lymphknoten oder Veränderungen im oder um den oberen Magen-Darm-Trakt Proben zu entnehmen.
  • Darstellung der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüsengänge (ERCP, endoskopische retrograde Cholangio- Pankreatikographie)
    Die ERCP ist eine spezielle Untersuchung der Gallenwege und/oder der Bauchspeicheldrüse. Endoskopisch wird, ähnlich wie bei Magenspiegelung, die gemeinsame Mündung des Hauptgallengangs und des Bauchspeicheldrüsengangs (Papille) aufgesucht. Über das Endoskop wird ein dünner Katheter in die Gänge eingebracht, über den dann Kontrastmittel gegeben werden kann. Häufige Ursachen für eine ERCP sind Steine im Gallengang oder ein anderes Abflusshindernis der Galle im oder um den Gallengang. Es ist mit dieser Untersuchung möglich, Steine aus dem Gallengang zu entfernen oder ein Röhrchen (Stent) in den Gang zu legen, um den Abfluss zu sichern.
  • Kapselendoskopie
    Wenn eine Blutungsquelle im Magen-Darm-Trakt vermutet wird und nicht mittels Magen- oder Darmspiegelung entdeckt werden kann, gibt es die Möglichkeit der Kapselendoskopie. Hierbei wird eine ca. 2cm lange Kapsel geschluckt, die eine Lichtquelle und eine Kamera enthält. Während die Kapsel den Magen und den Dünndarm passiert, nimmt sie einen Film auf. Nach Auswertung des Films ist es möglich, die Ursachen einer Blutung zu erkennen.
  • Bauchfell- oder Leberspiegelung (Internistische Minilaparoskopie)
    Mit dieser Spiegelung besteht die Möglichkeit, die Leber und das Bauchfell zu untersuchen. Dafür wird eine 2mm dicke Optik durch die Bauchhaut in die Bauchhöhle eingebracht. Mit einer Sonde können Proben aus dem Bauchfell oder der Leber entnommen werden.
  • Atemteste bei Funktionsstörungen im Magen-Darm-Trakt
    Zur Abklärung von Funktionsstörungen im Magen-Darm-Trakt stehen der Abteilung verschiedene Atemteste (H2, C13) zur Verfügung. Hiermit kann der Nachweis von Zuckerintoleranzen z. B. der Lactoseintoleranz erbracht werden. Zudem eine verzögerte Passage der Nahrung vom Magen in den Zwölffingerdarm oder eine Störung der Bauchspeicheldrüse.In den letzten Jahren haben Erkrankungen der Speiseröhre deutlich zugenommen. Zum einem kann es neurologische und muskuläre Probleme geben, so dass eine Schluckstörung oder eine gestörte Passage von Essen durch die Speiseröhre (Dysphagie) als Problem berichtet werden. Zum anderen ist der Reflux (Sodbrennen) mittlerweile eine Volkskrankheit geworden. Die Abklärung dieser Störungen gelingt mittels Durckmessung der Speiseröhre (Manometrie) sowie per pH-Messung. Hierbei verfügt unsere Klinik über die neuesten technischen Möglichkeiten (wie die high-resolution-Manometrie, 24h-pH-Messung, kombiniert mit der Impedanzmessung).

In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr alte Menschen. Auch ein Lebensalter von 80 oder mehr Lebensjahren ist heute keine Besonderheit mehr. Umso wichtiger wird aktuell die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten in dieser Altersgruppe. Hiermit befasst sich die Geriatrie, auch Altersmedizin genannt. Ziel der Therapie ist die Selbständigkeit der Patientinnen und Patienten zu fördern, damit ein Leben im häuslichen Umfeld weiterhin möglich ist. Neben einer forcierten Physiotherapie, durch die körperliche Aktivitäten wie Laufen, Treppensteigen oder die eigene Körperpflege (wieder) trainiert werden, ist auch die mentale Stärkung und Förderung wichtig.

Einer der Schwerpunkte unserer Abteilung ist die Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus. Für die Betreuung unserer Patientinnen und Patienten stehen Diabetesberater/innen (DDG) und Diabetologen (DDG) mit besonderer fachlicher Ausbildung zur Verfügung. In enger Kooperation mit einem Netzwerk aus Hausärzten, ambulant tätigen Diabetologen, Neurologen, Gefäßspezialisten sowie Fachärzten für Nierenheilkunde helfen wir bei allen auftretenden Problemen rund um den Diabetes mellitus.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führt. Der Blutzuckerspiegel ist erhöht, da der Körper Zucker und andere Kohlenhydrate nur ungenügend bzw. gar nicht verwerten kann. Die aus der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate bleiben dabei im Blut und werden nicht in die Körperzellen aufgenommen. Die Ursache dafür ist entweder, dass die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert oder dass das vorhandene Insulin nicht mehr richtig an den Körperzellen wirken kann. Bis auf Muskelzellen benötigen alle Körperzellen Insulin, um Zucker aus der Blutbahn aufzunehmen. Die großen Glukosemengen im Blut können langfristig Gefäße und Organe wie die Augen oder die Nieren schädigen.

Der Blutzucker liegt laut Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft normalerweise nüchtern zwischen 80 und 110 mg/dl und steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Darüber liegende Werte können auf einen Diabetes mellitus hinweisen und müssen weiter abgeklärt werden.

Warnhinweise, die auf einen Diabetes hindeuten können, sind z.B. häufiges Wasserlassen, gesteigertes Durstgefühl, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder Juckreiz.

Typ-1-Diabetes
Der Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel an Insulin, der vor allem im jüngeren Lebensalter, oft schon bei Kindern oder Jugendlichen, diagnostiziert wird. Ursache dafür kann eine Zerstörung der Insulin- produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Antikörper sein.

Typ-2-Diabetes
Mit über 90% aller Fälle ist der Typ-2-Diabetes die mit Abstand häufigste Diabetesform. Der Typ-2-Diabetes entsteht durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz). Dies versucht die Bauchspeicheldrüse durch vermehrte Produktion von Insulin auszugleichen. Diese Mehrbelastung führt auf Dauer zur Erschöpfung der körpereigenen Insulinproduktion. Für die Entstehung dieser Diabetesform spielen erbliche Faktoren und Umweltfaktoren eine bedeutende Rolle, genauso wie Übergewicht und Bewegungsmangel.

Typ-3-Diabetes
Dieser Typ des Diabetes ist deutlich seltener als Typ 1 und 2 und stellt eine Sonderform der Erkrankung dar. Er wird weiter in verschiedene Unterformen unterteilt, die sich nach der Ursache richten. Beispiele hierfür sind Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. eine chronische Entzündung), Gendefekte oder Autoimmunerkrankungen.

Typ-4-Diabetes
Der Typ-4-Diabetes ist der Diabetes der während einer Schwangerschaft auftreten kann, deshalb auch Gestationsdiabetes genannt.