Nach mehr als zwei Jahrzehnten als Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an den Evang. Kliniken Essen-Mitte (KEM) hat sich Prof. Dr. Harald Thomas Groeben zum 30. Juni 2026 in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihm geht nicht nur ein renommierter Mediziner und Wissenschaftler, sondern auch eine prägende Persönlichkeit unseres Hauses. Seine Nachfolge übernimmt PD Dr. Fabian Dusse.
Prof. Groeben studierte Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und begann seine klinische Laufbahn am Universitätsklinikum Düsseldorf. Vor seinem Wechsel an die Evang. Kliniken Essen-Mitte war Prof. Groeben am Universitätsklinikum Essen tätig. Wissenschaftlich geprägt wurde er zudem durch einen zweijährigen Aufenthalt an der renommierten Johns Hopkins University in Baltimore (USA), wo er klinisch als Facharzt und darüber hinaus in der Forschung aktiv war.
„Prof. Groeben hat die Anästhesiologie an den Evang. Kliniken Essen-Mitte seit seinem Amtsantritt am 1. August 2004 mit großer fachlicher Kompetenz, Innovationskraft und Menschlichkeit geprägt“, betont Hans-Dieter Weigardt, Geschäftsführer der Evang. Kliniken Essen-Mitte. Als „Arzt aus Überzeugung – wissenschaftlich exzellent, klinisch hoch engagiert und zugleich nahbar im täglichen Miteinander“, beschreibt ihn Prof. Dr. Kai Singbartl, Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer der KEM. Unter Prof. Groebens Leitung stieg die Zahl der jährlich durchgeführten Anästhesien von rund 8.000 auf etwa 15.000. Insgesamt arbeiteten in den vergangenen 21 Jahren 165 Medizinerinnen und Mediziner in seiner Abteilung, zahlreiche davon promovierten unter seiner Betreuung. Früh etablierte Prof. Groeben flexible Arbeitszeitmodelle und setzte sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.
2005 gründete er den Förderverein der Klinik für Anästhesiologie, der zahlreiche Projekte zur Fort- und Weiterbildung ermöglichte – darunter Simulationssysteme, Reanimationstrainer sowie Notfall- und Atemwegsworkshops. Viele Innovationen führte Prof. Groeben frühzeitig in den klinischen Alltag ein und begleitete sie wissenschaftlich, etwa die heute etablierte Videolaryngoskopie.
Der August-Bier-Preisträger genießt zudem weltweit Anerkennung für seine Expertise in der Anästhesie in den Bereichen Nebennierenchirurgie und Phäochromozytome. Hinzu kommen 96 in der medizinischen Literaturdatenbank PubMed erfasste, international auffindbare wissenschaftliche Publikationen und zahlreiche Vorträge auf nationalen und internationalen Kongressen.
Wer den Motorradfan Prof. Groeben kennt, weiß, dass in seinem Büro ein großes Bild von Adolf Tegtmeier hing – jener Figur des Ruhrgebiets-Kabarettisten Jürgen von Manger, deren bekanntester Satz lautete: „Bleibense Mensch.“ Genau diesem Motto blieb Prof. Harald Groeben während seiner gesamten Laufbahn treu. In diesem Sinne danken wir Prof. Groeben und wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt Gesundheit, Zufriedenheit und viele erfüllende Momente.
