Pflege ist ein eigenständiger und zentraler Bereich im Gesundheitswesen. Die Grundlagen und Erkenntnisse aus

  • der Pflegewissenschaft,
  • den Naturwissenschaften und der Medizin
  • den Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Recht, Politik und Wirtschaft

werden in der Ausbildung vermittelt, um individuelle Pflege professionell zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.

 

Pflege umfasst auch:

  • Beratung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen
  • Gesundheitsförderung
  • Prävention von Krankheiten und Unfällen
  • Begleitung in Krisensituationen
  • Mitverantwortung bei Diagnose, Therapie und Rehabilitation
  • Kooperation mit allen Berufsgruppen in der Betreuung der Pflegebedürftigen und bei der Weiterentwicklung im Gesundheitswesen
  • Ökonomische und ökologische Verantwortung.

Die hierzu notwendigen fachlichen, personalen, methodischen, sozialen, interkulturellen und kommunikativen Kompetenzen werden in unserer Ausbildung unter Darstellung und Einübung von zahlreichen Handlungsabläufen aus der praktischen Pflege, z.B. die Körperpflege des Patienten, das Anlegen von Verbänden, die Wundversorgung, fachgerechte Verabreichung von Medikamenten und das Kontrollieren der Vitalzeichen, vermittelt.

 

Pflege lernen heißt:

  • Aneignen von Wissensinhalten im Rahmen eines individuellen Lernprozesses
  • Lernfeldkonzept und Auswahl verschiedener Lernmethoden
  • Verknüpfung theoretischer und praktischer Lerneinheiten
  • Selbstständiges Lernen

Inhalt der Ausbildung zum Pflegefachmann/-fachfrau ab 2020

Die neue ab 2020 angebotene Ausbildung als Pflegefachmann/-fachfrau dauert drei Jahre. Diese umfasst 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis. Der Ausbildungsbeginn ist jeweils der 1.März und 1. September im Kalenderjahr. Nach den ersten zwei Jahren der gemeinsamen generalistischen Ausbildung gibt es die Möglichkeit einen eigenen Vertiefungsschwerpunkt festzulegen:

  1. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
  2. Altenpflege
  3. Generalistische Pflege

Die theoretische Ausbildung erfolgt im Blocksystem und an Studientagen. Die Wissensinhalte werden fächerübergreifend zu den Themenfeldern der Pflege unterrichtet. Aus verschiedenen Perspektiven werden die Schwerpunkte pflegerischen Handels beleuchtet und auf der Basis des problemorientierten Lernens (POL) analysiert und reflektiert.

Jeder Kurs wird über den gesamten Zeitraum individuell und persönlich von einer Kursleiterin, bzw. einem Kursleiter betreut. Dabei ist uns neben den fachlichen Aspekten die vertrauensvolle, enge Zusammenarbeit besonders wichtig.

Um Inhalte u. A. aus der Anatomie oder Geschichte der Pflege anschaulich zu vertiefen planen die Kursleiter Exkursionen, die auch den Zusammenhalt in der Kursgemeinschaft fördern. Bei anderen Aktivitäten, wie z.B. dem Essener Firmenlauf oder dem Onko-Lauf bieten wir den Auszubildenden die Möglichkeit zur Teilnahme gemeinsam mit dem Lehrerteam an.

Die praktische Ausbildung erfolgt in den präventiven, kurativen, palliativen und rehabilitativen Bereichen unserer drei Betriebsteile:

  • Evang. Huyssens-Stiftung Essen-Huttrop
  • Evang. Krankenhaus Essen-Werden
  • Evang. Krankenhaus Essen-Steele

Der praktische Part erfolgt in stationären und ambulanten Einrichtungen unserer drei Kliniken und bei unseren Kooperationspartnern. Dabei finden der Orientierungseinsatz als erster Pflichteinsatz und der Vertiefungseinsatz jeweils in der allgemeinen Akutpflege auf den Stationen unserer Kliniken statt – unter anderem in den Fachbereichen der Chirurgie, der Inneren Medizin, Gynäkologie und Psychiatrie.

Die Auszubildenden werden in der praktischen Ausbildung von Praxisanleiterinnen und -anleitern sowie den Lehrenden begleitet. Praxisanleitung ist heute integraler und gesetzlich geforderter Bestandteil der Pflegeausbildung. Praxisanleitende besitzen eine berufspädagogische Zusatzqualifikation und schaffen in den Institutionen des Gesundheitswesens eine Verbindung zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung. Sie unterstützen die Auszubildenden bei ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung und tragen zur Qualitätssicherung in Aus-, Fort- und Weiterbildung bei.

Die Vergütung erfolgt nach tariflichen Regelungen und beträgt (Stand 12/2019) im

  1. Ausbildungsjahr: 1.140,69 Euro brutto
  2. Ausbildungsjahr: 1.202,07 Euro brutto
  3. Ausbildungsjahr: 1.303,38 Euro brutto